„Hallöchen Popöchen“ – Ein Weg abseits des Influencer-Mainstreams ist möglich

4,6 Millionen Abonnenten, mehr als 2 Milliarden Videoaufrufe und doch ganz anders: Der Youtuber Gronkh wendet sich gegen den Mainstream – und das ist auch gut so.

„Hallöchen Popöchen“, so begrüßt Erik Range, besser bekannt als Gronkh seine mehr als 4,6 Millionen Abonnenten, in zahlreichen Youtube-Videos und Livestreams. Wäre er nicht vor kurzem von den Fußball-Youtubern „freekickerz“ vom Thron gestoßen worden, wäre er auch dieses Jahr beliebtester und meistgesehener deutscher Youtuber geworden. Die Fans hängen an seinen Lippen und schauen jedes seiner Videos. Erik Range könnte ihnen deshalb problemlos teure Beautyprodukte verkaufen oder zum Glückspiel motivieren. Die Fans würden ihm sehr wahrscheinlich folgen, Firmen würden zehntausende Euro für Product Placements ausgeben.

Doch Gronkh ist anders. Bereits bei der Verleihung des Ehrenpreises des Webvideopreises 2014 wurde Gronkh dafür gelobt, dass „er immer wieder Wege jenseits der kommerziell-asphaltierten Asphaltstraße geht“. Gronkh der Anti-Apored, der es verstanden hat, dass Videos nicht für Firmen gedreht werden sollten, sondern für die Fans. Gronkh hat es verstanden, dass Youtuber nicht immer laut sein müssen um Aufmerksamkeit zu erreichen, sondern auch ruhig und unaufgeregt ein Millionenpublikum erreichen kann.

Bekannt geworden ist Gronkh durch das Spielen von Minecraft, einem 20€-Computerspiel, das vor allem ein Baukasten für fantastische Welten ist. Millionen sahen Gronkh zu, wie er Städte erschuf und Häuser baute. Obwohl jeder Computerspieler in dieser Zeit selbst eigene Welten erschaffen hätte können, schauten sie täglich 30 Minuten Gameplay von Gronkh. Das über Tage, Monate, Jahre. Er war Deutschlands erster Let’s Player, der seinem Stil und sich selbst bis heute treu geblieben ist: Er tut das, was ihm Spaß macht und nicht jenes, was Unternehmen produziert bekommen wollen und Youtuber in die Kamera halten sollen: Gegen den Influencer-Mainstream der heutigen Zeit.

Nur einmal machte er eine größere Ausnahme und reiste mit seinem Freund und Youtube-Partner Sarazar auf Einladung der Computerfirma Ubisoft nach Nepal, um das neue Computerspiel Far Cry 4 zu bewerben. Jedes Video markiert er groß und deutlich permanent als „Werbevideo“ und nutzt das Video eher zur Präsentation des Landes als zum Verkauf des Spieles. Zu einem vergleichbaren Product-Placement und Kooperation kommt es nie wieder. Selbst als bekannte Youtuber seines Labels Studio71 der ProSiebenSat1 AG in Kalifornien ein Haus beziehen um das Label zu promoten und Produkte zu platzieren, hält sich Gronkh im Hintergrund und taucht in nahezu keinem Video auf. Auch eine Einladung zu einem Pokerturnier lehnte er mit Blick auf etwaige Glückspielprobleme ab. Dennoch wurde mit seinem Namen geworben, seitdem möchte er sich noch weiter aus Kooperationen zurückhalten.

Mein Fazit: Gronkh ist der perfekte Influencer, der Bescheidenheit, Ruhe und unabhängige Meinungen gibt. Eigentlich ist er der perfekte Youtuber. Außer für Firmen.

Ein Kommentar von Fabian Marquardt

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