Instagram-Sponsoring: „Wie Weihnachten“

Instagram gehört mit mittlerweile 400 Millionen Nutzern zu einem der beliebtesten sozialen Netzwerken weltweit. Dadurch wird die Fotoplattform auch immer interessanter für Marketingstrategien von Unternehmen. Durch „Instagram-Sponsoring“ profitieren vor allem die beliebtesten Nutzer des Netzwerkes.

Der Oberbegriff des Themas ist „Influencer Marketing“, das in der heutigen digitalen Welt stetig an Bedeutung gewinnt. Als „Influencer“ werden dabei alle bezeichnet, die durch eine starke Präsenz im Internet viele Menschen mit ihren Postings und Bildern erreichen und beeinflussen. Das bemisst sich vor allem an einer hohen Reichweite, welche in Instagram durch die Anzahl der Abonnenten eines Users und seinen “Likes pro Bild“ zu definieren ist.

Eine neue Form des Marketings 

Unternehmen haben dies als Chance erkannt und gehen immer mehr Kooperationen mit Influencern ein. Auf Instagram spricht man von einem Influencer meist ab einer Abonnentenzahl von ca. 10.000 Usern. Dabei ist es wichtig, dass ein Influencer und ein Unternehmen thematisch zusammenpassen. Ein Unternehmen kann dadurch genau seine gewünschte Zielgruppe erreichen und seinen Konsumenten vermitteln, für welches Lebensgefühl es stehen will. Das erfolgt meistens über Product-Placements. Das bedeutet, dass ein Instagramer von einem Unternehmen durch den Erhalt von kostenlosen Produkten gesponsert wird. Diese platziert er dann in seinen Bildern, zusammen mit einer Verlinkung zu dem jeweiligen Unternehmen oder stellt das Produkt ganz direkt seinen Abonnenten vor. Auch das Bild in Abb.1 entstand im Rahmen einer Kampagne, bei der der Instagramer Thomas Kakareko von Samsung engagiert wurde.

Es fühlt sich „jedes Mal ein bisschen wie Weihnachten“ an

Auch der Fitnesscoach Tobias Henreich gehört zu den Instagramern, die auf eine stolze Anzahl unterschiedlicher Sponsoren blicken können. Dabei meint er, das Gefühl, gesponserte Produkte zu erhalten, sei „jedes Mal ein bisschen wie Weihnachten“. Er verfügt mit ca. 6.000 Abonnenten über eine nicht allzu große Reichweite, geht aber aktiv auf Unternehmen zu, um ihnen zu vermitteln, dass es sich trotzdem lohnt, ihn zu sponsern. Das liegt vor allem daran, dass er mit Youtube, Facebook und einem eigenen Blog weitere Social-Media-Kanäle bedient. Für viele Unternehmen ist dies mittlerweile eine Voraussetzung, um auf eine Kooperation einzugehen. Die Geschichte, die man um sich herum entwickelt, – das Alleinstellungsmerkmal- ist dabei laut dem Fitnesscoach genauso wichtig, wie eine hohe Reichweite. Er selbst hebt sich von anderen Fitness Instagram-Accounts durch seine Aktivitäten als Truppenführer bei der Feuerwehr ab.

Abbildung 2 Tobias_henreich
Beispiel für Product-Placement: © tobias_henreich sponsored by probrowear, voltgear, sebrosports

Der Profit liegt bei beiden Seiten

„Instagram-Sponsoring“ bietet demnach eine Reihe von Vorteilen für beide Seiten. Werbende Unternehmen können durch die sorgfältige Auswahl eines passenden Influencers genau ihre Zielgruppe erreichen und haben somit kaum Streuverluste ihrer Marketingstrategie zu verzeichnen. Besonders profitieren sie auch von dem Vertrauen, das die Abonnenten einem Instagramer entgegenbringen. „Die Produkt-Empfehlungen durch einen Influencer wird von der Zielgruppe als besonders authentisch wahrgenommen“, sagt Andreas Kitzing. Der Geschäftsführer von Sponsoo hat es sich zur Aufgabe gemacht, passende Sponsoren und Sportler zusammen zu bringen. Diesen Vorteil der Authentizität haben Unternehmen nicht, wenn sie auf Instagram selbst Werbung schalten oder sich ein eigenes Profil anlegen und Bilder ihrer Produkte posten. Interessant ist das Thema „Instagram-Sponsoring“ vor allem auch für Startup-Unternehmen. Sie können ohne ein hohes Marketingbudget schnell eine sehr hohe Reichweite generieren, indem sie ihre eigenen Produkte an Influencer verschicken.

Der Profit der Influencer bezieht sich meist auf die zugesandten Produkte selbst. Wobei man dabei nicht die Arbeit und die aufgewendete Zeit unterschätzen darf, die sie benötigen, um die Produkte richtig in Szene zu setzen. Verfügt man über eine sehr hohe Reichweite, wird man meistens von vielen Unternehmen kontaktiert und kann sich aussuchen, mit wem man zusammen arbeiten möchte. Dabei ist es nicht unüblich, dass sie für einzelne Product-Placements Geld erhalten oder zum Beispiel einen kostenlosen Restaurantbesuch, wenn sie dafür ihren Abonnenten mitteilen, dass ein Besuch dort sehr lohnenswert ist.

Als Nachteil nennt der Geschäftsführer von Sponsoo nur folgenden Aspekt: „Man kann in einzelnen Posts keine externen Links einbauen. Das macht es schwerer, die Nutzer direkt auf eine bestimmte Website zu lenken oder den Erfolg des Sponsorings direkt online zu messen.“

„Instagram-Sponsoring“ ist dennoch für Unternehmen eine gute Möglichkeit, ihr Image und ihre Reichweite aufzubessern, ihre Produkte zu vermarkten und ihren Konsumenten zu zeigen, für welches Lebensgefühl sie stehen. Man kann davon ausgehen, dass es weiter an Bedeutung gewinnen wird und es in Zukunft noch viel mehr davon zu sehen gibt.

Ein Bericht von Katrin Kempter (MUK0515)

Weiterführende Informationen:

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