Krisenkommunikation bei Condor

Social Media stellt die Krisenkommunikation bei Airlines vor neue Herausforderungen. Dies wurde bei einem Impulsvortrag von Johannes Winter, Leiter der Unternehmenskommunikation von Condor, bei den Social Media Days deutlich.

bildschirmfoto-2016-11-13-um-19-40-50
/

„Real-Time“ Berichterstattungen durch Social Media – Fluch oder Segen für die Krisenkommunikation einer Qualitätsairline?

Wie geht man mit einer zunehmend brisanten und mitunter irreführenden Berichterstattung um? Welche Herausforderungen entstehen dabei für eine Airline, wenn die Social Media-Welt schneller informiert ist als bisweilen die eigene Fluggesellschaft? Wie steuert man die Aktivitäten in sozialen Medien, um die eigene Unternehmensreputation nicht zu gefährden? Auf alle diese Fragen gab Johannes Winter, Leiter der Unternehmenskommunikation der Condor Flugdienst GmbH / Thomas Cook Airlines Group bei seinem Impulsvortrag an den Social Media Days Antwort.

Unerwünschte Transparenz durch Social Media?

Das Mediennutzungsverhalten hat sich verändert und die soziale Vernetzung steigt. Reichweite ist in der heutigen Medienwelt besonders wichtig. Dieser Meinung ist auch Johannes Winter. Wer eine hohe Reichweite in den sozialen Medien hat, kann viele Personengruppen erreichen. Laut Johannes Winter besaß David Eun, Insasse des Asiana Airlines Flug OZ 214, genau diese Reichweite. Sein Posting, welches sich am 06. Juli 2013 über die sozialen Netzwerke wie ein Lauffeuer verbreitete, informierte nur wenige Minuten nach einem Flugzeugabsturz die ganze Welt. Ein unscharfes Foto. Es verbreitete sich Millionen mal und wurde weltweit von Nachrichtensendern zur Berichterstattung verwendet. Aber warum? Eine Momentaufnahme in Echtzeit. Für Johannes Winter ist dies ein Beispiel, welche Schnelligkeit und Transparenz soziale Medien für ein Unternehmen wie Condor mit sich bringen.

Social Media und Smartphones. Sie haben die Medienberichterstattung verändert und stellen auch Fluggesellschaften in einem Krisenfall vor neue Herausforderungen. Wo früher noch Fotografen neben den Rettungskräften die ersten Personen an einem Unfallort waren und das Bildmaterial für die Berichterstattung schossen, sind es heute die Insassen oder Passanten vor Ort, welche zum Laienjournalisten werden. Dies machte auch Johannes Winter in seinem Vortrag deutlich. Das Problem: Irrelevante Berichterstattungen nehmen zu und lassen die Leser abstumpfen.

Für eine Qualitätsairline wie Condor ist das Vertrauen das Wichtigste, denn wer einer Fluglinie nicht mehr vertraut, fliegt nicht mehr mit ihr, bestätigte Johannes Winter. Condor setzt in der Krisenkommunikation vor allem auf drei Grundsätze: Offenheit, Ehrlichkeit und Aktualität. In der Krise ist das wichtigste Gut für ein Unternehmen seine Glaubwürdigkeit.

„Lieber Erster sein, als ertappt zu werden als jemand, der versucht wesentliche Informationen zurückzuhalten“, so Johannes Winter.

In Krisen zählt die Devise: Keine Spekulationen und Aktualität bewahren! In einem solchen Fall ist eine Berichterstattung seitens des betroffenen Unternehmens am Wichtigsten. Gewiss ist die Schnelligkeit der sozialen Medien eine Herausforderung, welcher sich Condor jederzeit stellen kann, gerade weil es an den Unternehmensgrundsätzen festhält.

Sicherheitshinweis: Bei den Calwer Notizen handelt es sich um ein studentisches Weblog. Falls Ihnen Fehler oder Verstöße auffallen, setzen Sie sich zwecks Behebung bitte mit uns in Verbindung.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*