Streaming, so funktioniert’s

„Streaming“ wird immer populärer. Doch was genau ist damit gemeint ist und welche Möglichkeiten und Optionen gibt es? Dieser Artikel bietet einen Überblick über das Thema.

Funktionsweise Streaming

Vorab könnte man sagen, dass Streaming in Bezug auf die Funktionsweise das Gegenstück zum allgemeinen Download bildet. Die Videos oder die Musik werden auf Abruf „gestreamt“. Der gewünschte Medieninhalt wird direkt im Player wiedergegeben, was bedeutet, dass man den Inhalt nicht erst vollständig herunterladen muss, sondern direkt abspielen kann.

Nach dem Abruf wird das angeforderte Video oder das Lied temporär im Hintergrund auf dem Computer abgespeichert und nach der Wiedergabe gelöscht. Bei einem Download hingegen wird der Inhalt dauerhaft auf dem Computer gespeichert.

Dies klingt nach einem simplen Verfahren, jedoch läuft dies in der Praxis etwas komplizierter ab. Man benötigt z.B. Software in Form eines Videoplayers auf seinem Endgerät. Darunter fallen der Windows Media Player, Apple’s Quicktime Player oder der Adobe Flash Player. Zusätzlich benötigt man einen Streamingserver. Dieser zeichnet sich durch diverse Merkmale von einem Webserver ab, u.a.:

  • kontinuierliches und gleichzeitiges Versenden von Daten an viele Nutzer
  • Zwischenspeichern (Puffern) von Daten
  • Abstimmung der Datenrate auf die Datenbandbreite des Nutzers

Zudem ist die verfügbare Bandbreite von Relevanz. Musik kann beispielsweise mithilfe von wenigen kb/s übertragen werden, bei Videos hingegen sind die Datenpakete um einiges größer, weswegen mehrere Mb/s vonnöten sind. Durch eben diese Bandbreite kann auch die Qualität der Wiedergabe reguliert werden.

On-Demand Streaming

Bei dem Begriff „Streaming“ muss man unter zwei Sparten unterscheiden können. Diese wären zum einen das On-Demand Streaming, oder auch Video-On-Demand (VOD), und das Livestreaming. Das On-Demand Streaming wird wohl momentan die bekannteste Form von Streaming darstellen. Die Daten werden mithilfe des Streamingservers vorab encodiert. Das bedeutet, sie werden in kleinere Datenpakete komprimiert und mithilfe des Clients (z.B. der Webbrowser mit dem Player) wieder entpackt und wiedergegeben. Voraussetzung dafür ist allerdings die Zwischenspeicherung der Daten auf dem Server, welche garantiert, dass die Wiedergabe auf Knopfdruck erfolgt und auch das Vor-und Zurückspielen ermöglicht. Ein Beispiel für On-Demand Streaming wäre eine Serie bei Netflix zu schauen. Netflix stellt momentan weltweit das größte VOD Portal dar.

Livestreaming

Den anderen Part des „Streaming Media“ bildet das sogenannte Livestreaming. Diese Form von Streaming wird momentan immer beliebter. Man vergleicht es mit dem Fernsehen, da der Inhalt in Echtzeit oder mit minimaler Verzögerung übertragen wird. Voraussetzung für das Livestreaming bildet zum einen das Endgerät sowie der Streamingserver. Jedoch läuft der Vorgang anders ab als bei dem On-Demand Streaming. Beim On-Demand Streaming werden die bereits optimierten und zwischengespeicherten Daten von der Festplatte des Servers abgerufen. Beim Livestreaming werden die Rohdaten abhängig von der Internetanbindung in Echtzeit komprimiert und an den Endbenutzer weitergeleitet. Dies trägt mit sich, dass der Streamingserver eine wesentlich höhere Leistungskapazität voraussetzt. TV-Sender bieten inzwischen vermehrt Sendungen als Livestream auf ihren Websites an.

Streamingportale

Eines der wohl bekanntesten Streamingportale ist YouTube. Hier können Nutzer kostenlos selbst erstellte Videos hochladen und sich auch solche ansehen. Der Inhalt dieser Videos kann sehr vielfältig sein und reicht von Musikproduktionen über Tiervideos bis hin zu Beauty- und Lifestyle-Themen.

Ein weiteres, sehr beliebtes Streamingportal bietet das Unternehmen Netflix, welches via Video-on-Demand-Streaming seinen Abonnenten Zugriff auf Inhalte verschafft. Die Nutzer zahlen also einen monatlichen Beitrag und können dafür unbegrenzt diesen Dienst nutzen. Anders als bei YouTube sind es hier aber ausschließlich Filme, Serien und Dokumentationen, die zur Auswahl stehen.

Andere Video-On-Demand-Streamingportale wie zum Beispiel Maxdome funktionieren nach dem gleichen Prinzip.

Ein etwas anderes Streamingportal stellt Twitch.tv dar. Auf diesem Portal können Nutzer Videos über Computerspiele, die von Einzelpersonen aufgenommen worden sind, ansehen und abrufen. Ebenso bietet das Portal die Möglichkeit, für jeden Menschen selbst einen Livestream zu gestalten, welcher frei zugänglich ist.

Streaming und Gaming

Seien es Kinder, Jugendliche oder Erwachsene: Das Spielen am Computer oder an der Konsole wurde mit dem Fortschritt der Technologie immer beliebter. So steigt auch die Nachfrage nach jeweiligen Endgeräten und passend dazu die der Spiele. Was viele Menschen jedoch nicht wissen, ist die Tatsache, dass die Nachfrage für Ratgeber und Tipps im Bezug auf die Spiele ebenso gestiegen ist. So werden Streamingportale wie YouTube oder Twitch.tv immer häufiger dazu genutzt, Spielern Hilfestellungen im Bezug auf ihre Spiele zu gewähren.

Der Trend der Computerspiele ist bereits soweit voran geschritten, dass die Spiele kompetitiv auf Meisterschaften (ähnlich wie im Fussball) ausgetragen werden. Dies führte in den letzten Jahren dazu, dass diese Meisterschaften als Livestream im Internet übertragen wurden und enorme Zuschauerzahlen erreichten. Ein Beispiel wäre die League of Legends Weltmeisterschaft aus dem Jahr 2015. Im Finale in Berlin wurden Zuschauerzahlen von bis zu 14 Millionen Menschen zeitgleich gemessen.

Option selbst zu „Streamen“ – Möglichkeit Geld zu verdienen?

Jeder träumt davon mit seinen Hobbys Geld zu verdienen, sei es im Sport, durch Beautytipps oder seit neuestem Computerspiele. Das bereits erwähnte Streamingportal Twitch.tv bietet jedem Spieler die Möglichkeit, selbst einen Livestream einzurichten. Daraus resultiert, dass Personen aus der ganzen Welt die Möglichkeit haben, einem selbst beim Spielen zuzusehen. Nun bietet Twitch.tv erfolgreichen und beliebten „Streamern“ die Möglichkeit an, gesponsort zu werden und somit Geld zu verdienen. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, als Zuschauer den „Streamer“ durch einen geringen Geldbetrag zu unterstützen.

Anleitung zum selber streamen

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Über Sven 1 Artikel
Sven Fenchel - MUK 09/14 - 22 Jahre

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