Studienreise zur Re:Publica 2016

Re:Publica – Das ist so etwas wie ein Klassentreffen der Medienbranche. Auch dieses Jahr trafen sich Blogger, YouTuber, Journalisten und viele mehr Anfang Mai in Berlin. Darunter wir vier Studierende der SRH Calw.

Das Programm der Re:Publica bestand aus Workshops, Diskussionen und Vorträgen: Auf den 17 Bühnen teilten in diesem Jahr 770 Sprecher und Sprecherinnen mit über 8000 Teilnehmern und Teilnehmerinnen ihre Gedanken zu neuen Technologien, Kultur, Medien, Business, Bildung und Politik und regten damit zu einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Einfluss der Medien auf unseren Alltag an.

Da eine nicht geringe Anzahl von Veranstaltungen parallel stattfand, hatten wir die Qual der Wahl zu entscheiden, welche Stage wir besuchen wollten.

#SPEAKER

Unter anderem sprach die Arbeitsministerin Andrea Nahles über die Industries 4.0 und Schauspieler und Produzent Mathias Schweighöfer stellte die erste deutsche Serie für Amazon Prime vor. Edward Snowden, der live zugeschaltet war, sollte sich mit Philosophieprofessor Luciano Floridi über die „Infosphäre“, an derer Grenze wir uns laut Floridi befinden, unterhalten. Mit „Infosphäre“ ist gemeint, dass wir uns in einer digitalen Revolution befinden, mit welcher einhergeht, dass offline und online immer mehr ineinander über gehen. So lautete zumindest der Plan. Snowden nutzte die Live-Schalte jedoch lieber, um seine Enttäuschung über die deutsche Regierung zu äußern. Er habe in 21 Ländern Asyl beantragt und niemand habe ihn bisher aufgenommen, auch Deutschland nicht.

Weniger prominent, aber dafür umso emotionaler waren die Geschichten zweier Menschen, die Depressionen und Social Media in Relation setzten. Für den einen waren Facebook & Co. Balsam für die Seele, die andere wurde nur tiefer in den Abgrund gezogen. Das war definitiv eine Anregung zu bewussterem Umgang mit dem Internet.

#TTIPLEAKS

Besonders interessant war der Vortrag von Greenpeace als eine der ersten Veranstaltungen der Re:Publica 2016. Greenpeace hatte die bisher streng unter Verschluss gehaltenen TTIP-Dokumente von einer geheimen Quelle zugespielt bekommen und in der Nacht vor Beginn der Re:Publica auf den Reichstag projiziert. Die Dokumente wurden für alle frei zugänglich in einem Container aus Glas vor dem Brandenburger Tor ausgelegt. Die Aktion erhielt begeisterten Applaus von Seiten der Re:Publica-Teilnehmer. Die Begeisterung der CDU hält sich jedoch in Grenzen, sie fordert eine Strafe für Greenpeace. Dies war die erste offizielle Stellungnahme von Greenpeace, der Presseauflauf war groß und genauso groß war auch unsere Freude an diesem Ereignis teilhaben zu können.

#MEDIACONVENTION

Auch abgesehen von den Vorträgen gab es auf der Re:Publica viel zu entdecken. Insbesondere die „Media Convention“ fand an zwei der drei Tagen parallel zu der Re:Publica in der Station Berlin statt und bot einige Spielereien für die Besucher.

#ROBOT
#ROBOT

Wer schon immer einmal seinen eigenen Shitstorm erleben wollte, der konnte seinen Traum auf der Re:Publica endlich wahr werden lassen und sich zur Zielscheibe im Internet machen. Mithilfe eines Videos und den dazugehörigen Licht-, Wind- und Vibrationseffekten wurde nachgestellt, wie es sich anfühlt, auf Social Media-Plattformen angegriffen zu werden. Einen Raum weiter, wahrscheinlich mitunter zum Zwecke der Beruhigung nach dem vorhergegangenen Shitstorm, durfte man in ein Universum eintauchen, in der sich ein Einhorn in einem pinken Tütü sicherlich wie Zuhause gefühlt hätte, wir jedoch nicht. Ebenfalls unterstützt durch technische Effekte wie eine UV-Lampe wurde für die Besucher die extreme Welle an (fragwürdigen) Liebesbekundungen nachgestellt, die einen, genauso wie der Shitstorm, im Internet überrollen kann.

Zu bestaunen gab es auch 3D-Drucker, ein Auto der Zukunft sowie Virtual-Reality-Brillen, mit denen man in andere Welten eintauchen kann. Ein ganz besonderer kleiner Freund war für uns der Roboter, der schon bald interaktiv mit uns kommunizieren soll. Stellt man ihm zukünftig eine Frage, soll er präzise anhand der Fragestellung auf die Gewichtung dessen eingehen, was uns in dem jeweiligen Fall besonders interessiert. Er filtert also die relevanten Informationen und nimmt uns damit diese mühsame Aufgabe ab. Dabei schaut er seinem Gegenüber tief in die Augen und man hat fast das Gefühl, in diesem kleinen Wesen steckt Leben. Da kann einem schon mal das Herz aufgehen!

#FOOD

Auch für das leibliche Wohl der Besucher war gesorgt. An den Ständen in der Halle und an den Foodtrucks rund um das Gelände der Industriehallen der „Station Berlin“ war für jeden Geschmack etwas dabei. Besonders cool war der Stand des Landes Baden-Württemberg: Wer sein Getränk postete, bekam es umsonst! Das war auch uns einen „Snap“ wert!

#RE:SPEKT

Von der Strandbar auf dem Hinterhof waren wir begeistert. In den kurzen Pausen zwischen den Veranstaltungen war das der perfekte Ort zum Re:Laxen mit einem Drink in der Sonne. Das aus Blumen geformte „#RESPEKT“ lädt dazu ein, die eigenen Social Media Kanäle zu pflegen, was auf der Re:Publica definitiv nicht zu kurz kam. Überall wurde gefilmt, gepostet und getweetet, was das Zeug hält! Da fühlten wir uns als medienaffine Studentinnen pudelwohl!

Es waren wunderbare und vor allem inspirierende Tage in Berlin. Wir lernten interessante Menschen kennen und beschäftigten uns mit aktuellen Themen und Problemen. Die Re:Publica ist ein toller Ort, um in entspannter Atmosphäre seinen Horizont zu erweitern.

Wir sind im nächsten Jahr mit Sicherheit wieder auf der Re:Publica zu finden!

 

Fotos und Text von Sarah Amini, Kathrin Kempter, Jasmine Löttker, Judica Sauer (MUK0515)

Sicherheitshinweis: Bei den Calwer Notizen handelt es sich um ein studentisches Weblog. Falls Ihnen Fehler oder Verstöße auffallen, setzen Sie sich zwecks Behebung bitte mit uns in Verbindung.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*